11.06.2014 / Allgemein / /

Ausserhalb der Stadt beginnen für die Pfadis die Verbote

Diese Woche reiche ich eine Interpellation zugunsten der Pfadi und anderen Jugendorganisationen ein, die Jahr für Jahr mehr Mühe haben einen Platz für ihre Lager zu finden. Ich will vom Bundesrat wissen, ob er von der Problematik Kenntnis hat und bereit ist, etwas dagegen zu unternehmen.

Mein erstes Pfadilager war 1966 das Bundeslager im Domleschg. Weil ich in einer Brauerei aufwuchs und mein Vater Braumeister war, wurde ich auf den Pfadinamen „Spund“ getauft. Spund ist der Hahn, mit dem aus dem Fass Bier gezapft wird. Gerne erinnere ich mich an die wunderschön gelegenen Lagerplätze, die über das ganze Domleschg verteilt waren. Die rhätische Bahn fuhr mit einem extra bemalten Pfadizug, in denen Kondukteure in Pfadiuniform die Billette knipsten. Wenn ich heute in dieser Gegend bin, suche ich die damaligen, idyllischen Lagerplätze vergebens. Sie sind entweder überbaut oder mit Strassen durchschnitten.

Immer mehr Plätze verschwinden

Während meiner Pfadi-Karriere nahm ich als Pfader oder Leiter an 20 Sommerlagern teil. Die Hälfte der damaligen Zeltplätze, die in der ganzen Schweiz verteilt waren stehen heute nicht mehr zur Verfügung. Sie sind überbaut, dienen als ökologische Ausgleichsflächen, stehen unter Naturschutz, können wegen Wildschutz, Waldschutz, Gewässerschutz oder wegen intensiver landwirtschaftlicher  Bewirtschaftung nicht mehr benützt werden.

Die schweizerische Pfadistiftung will mit Kauf von Lagerplätzen auch den zukünftigen Pfadfinderinnen und Pfadfinder geeignete Flächen sichern. Vielerorts wären die Grundeigentümer für einen Verkauf bereit. Oft scheitert er jedoch am bäuerlichen Bodenrecht oder am Raumplanungsgesetz. Es ist fast nicht möglich minimalste Infrastrukturen wie Wasserversorgung oder WC-Anlagen, die auf viel benutzten Plätzen nötig sind, sicherzustellen.

Einsatz für Freiräume in der Natur

Diese Entwicklung bereitet nicht nur mir als Altpfadfinder, sondern allen Jugendorganisationen, die Lager in der freien Natur organisieren, grosse Sorgen. Diesen Organisationen kommt je länger je mehr der Freiraum abhanden. Ich möchte deshalb vom Bundesrat wissen, ob er diese Problemlage kennt und er bereit ist , dagegen etwas zu unternehmen.

Ich werde mich einsetzen, dass es für unsere Jugend auch in Zukunft möglich sein wird im Wald oder auf Wiesen zu spielen und zu zelten, sonst sitzt sie in der Freizeit noch länger vor dem Computer oder dem Fernsehen.